Bockshornkleesamen und Kokosblütenzucker

Es muss etwas geschehen und zwar schnell. Ich platze aus allen Nähten. Die Wampe quillt ungebremst über den Hosenbund, sogar der Rücken legt sich bereits in Falten, Bikini-Bridge und Thigh Gap ade. Nicht dass solche Normen für mich massgebend wären, ich entspreche gemäss dem kürzlich medial breitgetretenen Fingertest zwischen Nase und Kinn sowieso nicht dem gängigen Schönheitsideal. Mein Zinken ist einfach zu gross und meine Lippen sind zu schmal. Aber da drauf scheiss ich.
Dennoch muss ich meinem zügellosen Appetit auf Würste, Pasta, Schokoladeneis und Gummibärchen sofort Einhalt gebieten, denn ich wachse langsam aber sicher aus meiner Garderobe heraus und kürzlich ist mir gar eine ziemlich neue Jeans im Schritt explodiert. Ich, die ich mein Gewicht Zeit meines Lebens mit Magendarm-Grippen, akuten Lebenskrisen und Alkohol-Exzessen kontrolliert habe, muss mich nun erstmals mit dem Thema Diät auseinandersetzen. Und was es dazu online zu lesen gibt, ist einfach grausam.
Die eine Methode verspricht mir Traummasse, wenn ich fortan auf Pasta, Reis, Brot und natürlich Alkohol verzichte, dafür drei Liter stilles Wasser pro Tag saufe und mich von Salat, Sprossen und Gemüse ernähre. Eine andere Diät unterteilt sogar Früchte und Gemüse in gut und böse. Spargel – mein Lieblingsgemüse im Frühling – kommt da ganz schlecht weg, weil er im Körper Säuren bildet und die sind pfui, ich soll mich ausschliesslich von basischen Lebensmitteln ernähren.
Auf solch einer basischen Einkaufsliste stehen dann Dinge wie weisses Mandelmus, Hanf-Protein-Pulver, gekeimte Chiasaat, Bockshornkleesamen und Kokosblütenzucker. Nicht mal wenn ich wüsste, wo man solches Zeug kaufen kann, würde ich es essen, denn schon beim Gedanken daran werde ich sauer und die ganzen Basen können mir gestohlen bleiben. Vielleicht wird’s also doch die Kohlsuppendiät, nach der Renée Zellweger angeblich innerhalb kürzester Zeit ihre Bridget Jones-Pfunde weggefastet haben soll. Ich fürchte mich allerdings etwas vor der Kohlsuppen-Ausdünstung und dem unmenschlichen Gefurze, welches diese Diät nach sich zieht.
Doch jetzt mal Hand aufs Herz. Die ganzen Tipps und Tricks aus dem Netz taugen doch sowieso nichts, weil beim Abnehmen nur eines zählt. Die Kalorienzufuhr muss geringer sein als der Kalorienverbrauch. Sprich: Weniger fressen, mehr bewegen. Darum mache ich jetzt meine ganz eigene Diät, in der alles erlaubt ist, aber nicht alles zusammen am selben Tag. Ich will ja schliesslich nur Gewicht verlieren und unter gar keinen Umständen meine gute Laune.

 

Bild: birgitH  / pixelio.de

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Dieser Beitrag wurde am 6. Mai 2014 um 12:23 veröffentlicht. Er wurde unter Falten, Speck & graue Haare abgelegt und ist mit , , , , , , , , , , , , getaggt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Beitrag.

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